Sprunggelenksdistorsion

Sprunggelenksdistorsion ist der Überbegriff zu den Indikationen Verstauchung, Bänderzerrung und Bänderriss am Sprunggelenk. Verletzungen am Sprunggelenk (Distorsion = Verdrehung) gehören zu den häufigsten Verletzungen am Bewegungsapparat.

Wie kommt es zu einer Sprunggelenksdistorsion?

Sprunggelenkverletzungen treten sehr häufig während sportlicher Aktivität auf, wenn sich der Fuß in der Landephase befindet. Dabei ist er meistens leicht nach vorne gebeugt und knickt gleichzeitig zur Seite um. Vor allem auch äußere Faktoren, wie zum Beispiel ein unebener Untergrund oder eine Gewalteinwirkung (z.B. ein Tritt vom Gegener gegen das Sprunggelenk) können eine Distorsion des Sprunggelenks hervorrufen. Natürlich kann es auch im Alltag zum Umknicken des Fußes kommen. Größter Risikofaktor eine Sprunggelenkverletzung zu erleiden, ist allerdings eine schon einmal dagewesene Distorsion. Bei 80% der Sprunggelenkverletzungen handelt es sich um ein Supinationstraume (Umknicken nach außen). In 20% der Fälle knickt der Sportler nach innen um (Pronationstrauma).

Verletzungsanfällige Sportarten

  • Handball
  • Basketball
  • Fußball
  • Volleyball
  • Badminton
  • Tennis

Operative Therapie (nur noch selten)

Ein operativer Eingriff wird heutzutage nur noch bei besonders schweren Sprunggelenkverletzungen vorgenommen. Meistens handat es sich dann um eine Distorsion mit erheblichen Begleitverletzungen (Knorpelläsionen, Fraktur, etc.).

Konservative Therapie

Die konservative Versorgung des Sprunggelenks ist heutzutage die gängige Behandlung nach einer Sprunggelenkverletzung. Sie beginnt schon direkt nach der Verletzung mit der PECH-Regel. Der Sportler pausiert, legt Eis auf das betroffene Gelenk und übt K(C)kompression darauf aus, zum Beispiel mit einem Verband, danach lagert er den Fuß hoch. (Bitte beachten, dass die Coolpacks aus dem Eisfach nicht direkt auf die nackte Haut, sondern am besten mit einem dünnen Handtuch dazwischen auf die betroffene Stelle gelegt werden).

       Frühzeitiger Beginn mit Bewegungsübungen fördert die Blutzirkulation und damit die Heilung

Das Gelenk wird mit einer Schiene versorgt, die dem Gelenk Stabilität verleiht und Kompression ausübt. Meistens fühlt der Patient sich nicht in der Lage sein Fuß zu bewegen, jedoch sollte nach ca. 48 Stunden wieder mit leichten Bewegungsübungen begonnen werden. Die leichten Bewegungsübungen regen die Blutzirkulation im Gelenk an und sorgen dafür, dass die Schwellung zurückgeht und die Heilung schneller voran geht.

Etwa nach einer Woche sollte der Patient wieder in der Lage sein mit seinem vollen Gewicht auf dem Fuß zu stehen. Auch das Gehen sollte schon wieder möglich sein. Es ist zu beachten, dass die Heilungsphase weiterhin andauert, jedoch durch Bewegung beschleunigt werden kann.

       Koordinationsübungen helfen die Muskulatur um das Sprunggelenk wieder aufzubauen

Der Patient wird in der Zeit nach seiner Verletzung ein instabiles Gefühl im Sprunggelenk behalten, um welches er sich kümmern muss. Dies geht am besten indem er langsam anfängt Übungen auf instabiler Unterlage auszuführen. Zum Beispiel auf dem Balance Board. Das Gelenk bzw. die Muskulatur muss dabei kleine Bewegungen ausgleichen und wird dadurch effektiv gefördert. Die Sprunggelenknahe Muskulatur wird trainiert und kann somit das Gelenk wieder stabilisieren und vor einer erneuten Verletzung schützen. WICHTIG ist, dass die Übungen regelmäßig durchgeführt werden.

Die Wiederverletzungsrate am Sprunggelenk beträgt ca. 73%. Jeder Spieler, der sich also schon einmal die Bänder überdehnt oder gerissen hat ist in einer höheren Gefahr wieder umzuknicken und sich erneut zu verletzen. Daher sollte man sich unbedingt mit einer gezielt stabilisierenden Sportbandage vor einer nochmaligen Sprunggelenkdistorsion schützen.



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